Erdbestattung
Zwar können auch Urnen in einem Erdgrab beigesetzt werden, doch im allgemeinen Sprachgebrauch meint die Bezeichnung “Erdbestattung” die Beisetzung eines Sarges im Erdreich. Erdbestattungen in diesem Sinne sind nur auf Friedhöfen möglich.
Wenn der Verstorbene keine Bestattungsverfügung hinterlassen hat, stehen den Angehörigen viele Entscheidungen bevor: Soll die Bestattung in einem kirchlichen oder in einem weltlichen Rahmen stattfinden? Welcher Sarg ist angemessen? Ist eine Aufbahrung, also eine Verabschiedung am offenen Sarg, gewünscht? Welche Kleidung soll der Verstorbene tragen?
Der Bestatter klärt diese Fragen mit den Angehörigen. Er holt den Verstorbenen auch ab. Anschließend versorgt der Bestatter ihn nach ästhetischen und hygienischen Gesichtspunkten, das heißt der Tote wird gewaschen und gekämmt; Körperöffnungen werden verschlossen. Findet eine Aufbahrung statt oder wünschen Angehörige, den Verstorbenen noch einmal zu sehen, schminkt der Bestatter den Verstorbenen. Er richtet ihn so her, dass der Tod etwas von seinem Schrecken verliert. Dann wird dem Toten die Kleidung angelegt. Das kann ein schlichtes Totenhemd sein oder auch die Lieblingskleidung des Verblichenen.
Vor der Beisetzung müssen die Angehörigen auch klären, in welcher Grabform der Verstorbene bestattet wird. Grundsätzlich gibt es drei Grabvarianten:
Einzelgrab: Dabei handelt es sich um ein Grab für eine Person, das von der Friedhofsverwaltung der Reihe nach vergeben wird, deshalb auch “Reihengrab” genannt.
Familiengrab: Die alternative Bezeichnung ist “Wahlgrab”, weil Sie sich die Lage des Grabes aussuchen können, sofern es die
Platzverhältnisse auf dem Friedhof zulassen. Oft können Sie zudem die Größe des Grabes bestimmen, falls mehrere Personen nebeneinan- der bestattet werden sollen. Familiengräber sind in der Regel teurer als Reihengräber.
Rasengrab: Manche Friedhofs- träger bieten Gräber auf einem Rasenfeld an. Dort kann man auch Gräber nebeneinander erwerben und einen ebener- digen Grabstein verlegen. Dabei handelt es sich um eine kostengünstige Variante, denn hier entfällt die Grabpflege.

Wer sich für ein Grab entschieden hat, erwirbt für eine gewisse Dauer das Nutzungsrecht darauf. Bei einem Wahlgrab ist dieses Recht meist verlängerbar.
Ist die Frage nach dem Grab geklärt, kann die Beisetzung stattfinden. Dafür überführt der Bestatter den Verstorbenen an den Bestattungsort und sorgt in Absprache mit den Angehörigen für das gewünschte Ambiente.
Bei einer konfessionellen Erdbestattung erfolgt die Beisetzung meist im Rahmen einer kirchlichen Trauerfeier. Auch weltliche Zeremonien, bei der meist ein freier Trauerredner spricht, sind hierzulande üblich.

Bilder: Arzu Tuncel