Feuerbestattung
Bei einer Feuerbestattung wird der Verstorbene in einem Krematorium verbrannt. Auch dafür wird ein Sarg benötigt. Auf deutschen Friedhöfen gibt es fünf verschiedene Arten von Urnengräbern.
Niemand darf in Deutschland gegen seinen Willen verbrannt werden. Bedingung für eine Feuerbestattung ist also der Wunsch des Verstorbenen, den er im Idealfall in einer schriftlichen Willenserklärung festgehalten hat. Ist zumindest kein gegenteiliger Wunsch des Verstorbenen bekannt, können auch die Angehörigen eine Feuerbestattung beantragen. Eine Feuerbestattung muss zudem von den Behörden genehmigt werden, damit Schadstoffbelastungen, etwa durch Chemotherapie-Medikamente, ausgeschlossen werden können. In vielen großen Städten sind fast 50 Prozent aller Beisetzungen Feuerbestattungen.
Sind die Formalitäten geklärt, bespricht der Bestatter mit den Angehörigen, wie die Zeremonie gestaltet werden soll. Auch bei der Feuerbestattung werden ein Sarg und Totenkleidung benötigt. Eine weitere Frage: weltliche oder konfessionelle Bestattung der Asche? Wie bei einer Erdbestattung bereitet der Bestatter den Leichnam für die Feierlichkeit vor: Er wäscht und kämmt ihn - gegebenenfalls wird er auch geschminkt. Schließlich wird der Verstorbene ins Krematorium überführt. Dort kann auf Wunsch auch eine Abschiedsfeier stattfinden.
Im Krematorium wird außerdem eine zweite Leichenschau durchgeführt, um die Identität des Verstorbenen und die Todesursache eindeutig zu klären. Denn nach der Kremation eines Leichnams ist das nicht mehr möglich. Um die Asche auch hinterher eindeutig identifizieren zu können, wird dem Leichnam ein unzerstörbarer Stein mit in den Verbrennungsofen gegeben.
Dieser heißt “Schamottstein” oder “Ofenmarke” und trägt eine individuelle Nummer sowie den Namen des Krematoriums. Die Krematoriumsmitarbeiter heizen den Ofen auf etwa 900ºC vor, dann fahren sie den Sarg ein. Durch dosierte Luftzufuhr entflammt der Sarg und verbrennt. Etwa 60 bis 90 Minuten, je nach Körpergröße und Gewicht, dauert der Kremationsprozess. Anschließend werden Metallteile des Sarges aus der Asche herausgefiltert; chirurgische Stahlteile, etwa künstliche Gelenke, sammeln Mitarbeiter von Hand aus und geben sie an ein Spezialunternehmen zur Wiederverwertung. Manche Krematorien spenden den Erlös wohltätigen Zwecken. Die Asche des Verstorbenen wird in ein Transportgefäß gefüllt und dem Bestatter übergeben.
Anschließend erfolgt die Beisetzung der Asche, traditionellerweise auf einem Friedhof. Hierbei kann zwischen mehreren Grabformen entschieden werden:
Aschegemeinschaftsgräber: Hierbei handelt es sich um eine Verstreuung der Asche auf einem Rasen- oder Wiesenfeld ohne Kennzeichnung der Grabstelle. Am Rand können Blumen abgelegt werden. Die Grabpflege übernimmt die Friedhofsverwaltung. Das Nutzungsrecht liegt bei etwa 20 Jahren.
Urnengemeinschaftsgräber: Diese Beisetzungsform ist dem Aschegemeinschaftsgrab sehr ähnlich. Allerdings wird hier die Asche in einer Urne auf einem Rasenfeld beerdigt.
Urnenreihengrab: Die Friedhofsverwaltung weist eine Grabstelle zu, die für etwa 20 Jahre genutzt werden kann. Um die Grabpflege kümmern sich die Angehörigen.
Urnenwahlgrab: Hierbei handelt es sich um eine etwas teurere Variante, da das Grab gewählt und als Familiengrab genutzt werden kann. Das heißt es dürfen - auch zeitlich versetzt - mehrere Urnen in diesem Grab bestattet werden. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.
Urnenwandgrab (“Kolumbarium”): Hierbei können bis zu 4 Urnen in einer Nische in einer Wand beigesetzt und mit einer Gedenktafel abgedeckt werden. Meist besteht eine Ablagefläche für Blumen. Das Nutzungsrecht beträgt etwa 20 Jahre und ist verlängerbar. Eine ähnliche Form ist die Urnenstele, bei der mehrere Urnen übereinander beigesetzt werden.

Neben der Urnenbeisetzung auf einem Friedhof gibt es noch andere Möglichkeiten, Asche bestatten zu lassen, etwa in einem Friedwald oder im Rahmen einer alternativen Bestattung im Ausland.
Bilder: Arzu Tuncel