Seebestattung
Nachdem ein Verstorbener eingeäschert worden ist, kann er in einer speziellen Urne auf hoher See beigesetzt werden. Dafür bedarf es häufig einer Ausnahmege- nehmigung.
Zur Vorbereitung der Seebestattung holt der Bestatter den Toten von seinem Sterbeort ab. Die Angehörigen suchen einen Sarg aus. Meist wird ein preisgünstiger Sarg gewählt, weil der Leichnam darin für eine Seebestattung verbrannt werden muss. Die Kleidung für den Toten können die Hinterbliebenen bei dem Bestatter erwerben oder selbst stellen.
Nach der Trauerfeier wird der Verstorbene in das Krematorium überführt und eingeäschert. Die Asche wird in eine Seeurne gegeben. Diese speziellen Urnen bestehen aus Materialien, die sich nach der Beisetzung vollständig im Wasser auflösen: niedrig gebrannte Keramikgefäße Zellulose, gepresster Sandstein oder andere Mineralien. Anschließend erfolgt die Übergabe der Asche an die Reederei, die die Bestattung durchführt.
Diese bringt die Urne mit der Totenasche entweder in Begleitung von Angehörigen (abhängig von der Schiffsgröße oft auf 10 bis 12 Personen beschränkt) oder still, das heißt ohne Trauergäste, auf hohe See, wo der Kapitän in einer Zeremonie feierliche Worte spricht. Auch das Spielen von Trauermusik oder das Hissen einer Fahne sind möglich. Dann wird die Urne in einer Zone, in der weder Fischerei noch Wassersport betrieben werden, beigesetzt.
Oft geschieht dies mit einem Blumengebinde, das dort auf der Wasseroberfläche schwimmt, wo die Urne in das Meer gelassen wurde. Je nach Angebot der Reedereien kann dies auch auf den Koordinaten versunkener Schiffe geschehen. Manche Bestatter und Reedereien bieten einen Auszug aus dem Logbuch und eine Urkunde mit den Koordinaten des Beisetzungsstandortes an. So kann die Beisetzungsstelle später in so genannten Erin- nerungsfahrten erneut angesteuert werden.
Diese Bestattungsform ist seit 1934 möglich und an dem alten maritimen Bestattungsbrauch angelehnt, nach dem die Leichname von während der Fahrt verstorbener Matrosen auf hoher See beigesetzt wurden.

Um eine Seebestattung durchführen zu lassen, müssen Sie Folgendes beachten:
In vielen Kommunen muss eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
Manchmal ist eine Verbundenheit des Verstorbenen zum Meer Voraussetzung für eine Genehmigung. Meist reicht eine schriftliche Erklärung der Angehörigen, im Idealfall liegt eine schriftliche Bestattungsverfügung oder eine schriftliche Begründung des Verstorbenen vor.

Eine Seebestattung hat Vor- und Nachteile, die bedacht werden müssen:
Sie kann ein würdiger und individueller Abschied für eine Person sein, die das Meer oder die Schifffahrt liebte.
Die Kosten für eine Seebestattung sind zwar zunächst teurer, dafür fallen hinterher keine laufenden Kosten an.
Es gibt keinen festen Ort, an dem getrauert werden kann. Einigen Menschen bereitet das Probleme bei der Trauerbewältigung.

Die Deutsche See-Bestattungs-Genossenschaft e.G. (DSBG)
Bilder: Arzu Tuncel