Baumbestattung
Seit dem Jahr 2001 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, sich im Wald beisetzen zu lassen. Parallel dazu weisen immer mehr kleinere und größere Anbieter entsprechende Areale mit variantenreichen Bestattungsformen aus. In der Regel wird die Urne mit der Asche eines Verstorbenen im Wurzelwerk eines Baumes vergraben.
Seit wenigen Jahren sind Teile natürlich gewachsener Waldbestände in Deutschland als Friedhöfe ausgewiesen. Die Areale sind öffentlich zugänglich. Spaziergänger im Waldgebiet werden nur durch Hinweisschilder auf den besonderen Ort aufmerksam gemacht. Sie befinden sich zum Teil in der Hand einzelner Gemeinden oder in kirchlicher Trägerschaft. Außerdem gibt es zwei Unternehmen, die bundesweit in einer Kooperation mit dem jeweiligen Forstamt und der zuständigen Kommune solche Einrichtungen betreiben: FriedWald und RuheForst.
In solchen Wäldern werden nur Urnenbestattungen vorgenommen. Im Idealfall hat der Verstorbene eine Bestattungsverfügung hinterlassen, die eine Einäscherung vorsieht, sonst muss eine Kremation beantragt werden. Wer für sich eine Friedwald-Bestattung wünscht, sollte schon im Vorfeld eine Bestattungsverfügung zu verfassen. In Friedwäldern finden bis zu zehn Urnen im Wurzelwerk eines Baumes Platz. Wer nur eine einzelne Ruhestätte benötigt, wird an einem Gemeinschaftsbaum platziert. Familien und Freunde, die eine gemeinsame Ruhestätte haben möchten, können sich einen gesonderten Baum aussuchen. Die Auswahl wird in der Regel bei einer Führung getroffen, die die zuständigen Förster anbieten. Je nach Größe des Baumes und Art des Baumgrabes kostet die FriedWald-Bestattung einmalig
zwischen 770 und 6.350 Euro zuzüglich 225 Euro Beisetzungs- gebühr.
Ähnlich funktioniert das Konzept des Ruheforstes. Hier gibt es so genannte Ruhebiotope. Damit werden Areale umschrieben, die durch verschiedenartige Ele- mente geprägt sind. Das kann ein Baum, ein Strauch oder ein Stein sein. Bis zu zwölf Urnen finden hier Platz, wahlweise in einem Gemeinschafts- oder einem Familienbiotop.
Friedwälder und Ruheforste haben für die Waldfläche ab dem Zeitpunkt ihrer jeweiligen Eröffnung ein Nutzungsrecht von 99 Jahren erworben. Wer sich für ein Friedwald- oder ein Ruheforst-Grab entscheidet, erwirbt das Nutzungsrecht für sein Grab bis zum Ablauf dieser 99 Jahre.

Weitere Informationen zum Thema:


Friedhofswälder und sonstige Baumbestattungsorte in Deutschland

Bilder: Arzu Tuncel