Naturbestattung im Ausland
In Deutschland werden Naturbestattungen nur an Orten, die ausdrücklich als Friedhöfe ausgewiesenen sind, genehmigt. Zwar entstehen hierzulande immer mehr dafür zugelassene Flächen, meist in Form von Friedhofswäldern und -feldern oder ähnlichen Anlagen, doch handelt es sich stets um pietätsbefangene Zonen. Eine Reihe von Anbietern hat sich mittlerweile aber auf weitere Angebote der Naturbestattung spezialisiert, die in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt werden können.
Alle Naturbestattungen setzen eine Einäscherung voraus. Nach deutschem Recht gilt eine Urne auch als bestattet, wenn sie in ein anderes Land überführt wird. Wer eine reine Naturbestattung wünscht, kann also ins europäische Ausland ausweichen, da die Bestattungsgesetze dort weniger streng sind.
So darf die Asche eines Verstorbenen in der Schweiz und in Spanien beispielsweise auf einer Almwiese, in einem Bach oder im Wind verstreut werden. Für diese Varianten entstehen meist recht geringe Kosten.
Etwas aufwändiger sind die Luftbestattungen. Dabei wird die Asche aus einem Flugzeug oder einem Heißluftballon heraus verstreut. In der Schweiz geschieht dies etwa über Appenzell oder großen Seen, in Spanien über der Sierra Nevada und der Bucht von Cádiz.
Französisches Recht erlaubt das Verstreuen von Asche aus der Luft über dem Elsass. Die Asche kann auch im Rahmen einer so genannten Felsbestattung in der Schweiz und in Spanien beigesetzt werden. Dabei wird die Asche unter oder in der Grasnarbe eines Felsens beigebracht. Auch die Verstreuung an Steilküsten lässt sich in Spanien organisieren.
Weiterhin wird in einigen europäischen Ländern die Aschebeisetzung in Seen, Flüssen und Buchten angeboten, etwa im Lago Maggiore in der Schweiz oder in der Donau. Hier ist dann die Rede von Fluss- oder (etwas verwirrend) von Seebestattungen. Manche Anbieter ermöglichen auch eine Beisetzung in der Adria.
In der Regel können Angehörige die Beisetzung begleiten. Allerdings muss dafür manchmal ein Aufschlag gezahlt werden. Bei Luftbestattungen und Beisetzungen in Gewässern kann die Teilnehmerzahl aufgrund von Platzmangel beschränkt sein.
Da es sich bei Luft-, Gewässer- und Felsbestattungen um aufwändige Bestattungsformen handelt, fallen dafür oft höhere Kosten an, zum Beispiel für die Nutzung eines Flugzeuges oder Schiffes sowie für die Überführung.
Eine Kennzeichnung von Grabstellen ist bei Beisetzungen in der Natur in der Regel nicht möglich. Auf Wunsch übergeben einige Unternehmen den Angehörigen aber ein Dokument, in dem der Name des Bestatteten, das Datum und der Ort der Beisetzung verzeichnet sind.

Weitere Informationen zum Thema:


Deutscher Anbieter von Naturbestattungen mit Sitz in der Schweiz, der mit vielen Bestattungsunternehmen in Deutschland kooperiert


Anbieter von Naturbestattungen in der Schweiz

Bilder: Arzu Tuncel