Erste Schritte
Der Tod eines geliebten Menschen ist eine enorme Belastung für die Hinterbliebenen. Gerade in einer Zeit, in der sie von dem schockierenden Verlust überwältigt sind, müssen sie zahlreiche ganz konkrete, praktische Anforderungen bewältigen, die sich nun stellen.
Angehörige, Freunde, Arbeitgeber und Kollegen, aber auch Behörden müssen über den Todesfall informiert werden. Formalitäten müssen geregelt und innerhalb weniger Tage die Bestattung organisiert werden.
Um in dieser Situation nicht zu verzweifeln, sollte um Unterstützung gebeten werden. Gerade Freunde und Verwandte, aber auch Pfarrer und Bestatter, die sich in solchen Fragen auskennen, können einem mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Doch was ist genau zu tun?
Wenn ein Mensch gestorben ist, muss sofort der Haus- oder Notarzt verständigt werden. Nur ein Arzt darf den Tod feststellen und die erforderlichen Sterbepapiere ausstellen. Hat sich der Sterbefall in einem Krankenhaus oder Pflegeheim ereignet, wird der Arzt vom Personal hinzugezogen. Ein Notarzt stellt oft nur ein einfaches Formular aus, welches bescheinigt, dass der Mensch verstorben ist. Hier muss noch der Hausarzt oder ein niedergelassener Arzt hinzugezogen werden, der die kompletten Leichenschaupapiere ausstellt.
Wenn jemand gestorben ist, der alleinstehend war, kommt hinzu, dass sich jemand um dessen Wohnung und Haushalt kümmern muss. Das meiste kann aber erst einmal warten. Nur elektrische Geräte sollte man gleich abschalten, die Heizung herunterdrehen und dafür sorgen, dass sich jemand um eventuell hinterlassene Haustiere kümmert.
Den wohl größten Organisationsaufwand verursacht in den ersten Tagen die Bestattung. Die Auswahl eines Bestatters sollte sorgfältig getroffen werden. Hierbei kann Ihnen unsere Checkliste sowie ein Branchenfinder behilflich sein. Ein guter Bestatter wird Sie in allen Fragen zu der Bestattung sachkundig beraten und unterstützen. Er kann für Sie den Ablauf planen und die notwendigen Behördengänge erledigen.
Häufig bringt es den Angehörigen keinen finanziellen Vorteil, wenn sie diese Schritte selbst übernehmen. Viele Menschen machen dabei die Erfahrung, dass der Kontakt mit Menschen und Beschäftigung sie gerade in den ersten Tagen davor bewahrt, allzu sehr von der Trauer übermannt zu werden. Gut ist es,
einen Freund oder Verwandten in die Planung einzubeziehen, der darauf achtet, dass nichts Wichtiges vergessen wird und die Kosten in einem ange- messenen Rahmen bleiben.
Die Bestattung muss je nach Bundesland innerhalb von drei bis zehn Tagen nach dem Tod erfolgen. Hierfür benötigt man eine Sterbeurkunde vom Standesamt, dem der Sterbefall spätestens am nächsten Tag angezeigt werden muss. Mitzubringen sind Totenschein und Personalausweis des Verstorbenen sowie, je nach dessen Familienstand, eine Geburtsurkunde (bei Ledigen), eine Heiratsurkunde, ein Scheidungsurteil oder eine Heirats- und Sterbeurkunde des Ehepartners (bei Verwitweten). Von der Sterbeurkunde sollten mehrere Ausfertigungen angefordert werden, da sie in der kommenden Zeit häufiger gebraucht werden wird.
Bei Lebens- und Unfallversicherungen kann es je nach Versicherungsvertrag nötig sein, den Todesfall innerhalb von 48 Stunden zu melden.
In den Tagen bis zur Bestattung stellt sich die Frage, ob man noch Zeit mit dem Verstorbenen verbringen und sich von ihm verabschieden möchte. In manchen Fällen kann dies am Ort des Todes erfolgen, da der Leichnam nicht sofort abgeholt werden muss. Andernfalls kann der Bestatter mit einer Aufbahrung beauftragt werden.
Zunächst geht es jedoch darum, die Bestattungsart festzulegen. Die meisten Menschen entscheiden sich für eine Erd- oder Feuerbestattung, auch wenn andere Formen wie See- und Luftbestattungen immer häufiger gewählt werden. Wenn eventuelle Wünsche des Verstorbenen nicht bekannt sind, müssen sich die Angehörigen für eine Bestattungsart entscheiden.
Weiterhin muss ein Termin für die Beisetzung festgelegt, die Trauerfeier geplant, Totenbriefe versendet, eine Traueranzeige aufgegeben, Blumen bestellt und ein Restaurant für das Trauermahl reserviert werden.
Die Bestattung setzt eine Art Schlusspunkt unter die Aufregungen und den Druck der Tage nach dem Todesfall. Zwar muss auch danach noch einiges geregelt werden, doch diese Dinge können etwas ruhiger angegangen werden. Oft hat man jetzt erst wirklich Zeit, zu trauern.

Weitere Informationen zum Thema:

Checkliste: Erste Schritte
Hier finden Sie Informationen, was nach einem Todesfall
zu tun ist [PDF, 57 KB]
Bilder: Arzu Tuncel