Tod im Ausland
Bei einem Todesfall im Ausland müssen die Angehörigen die Überführung des Verstorbenen organisieren: Dabei können sie sich vom Deutschen Konsulat unterstützen lassen.
In der Regel erfahren die Angehörigen in Deutschland entweder durch den Reiseveranstalter, durch Mitreisende oder die Polizei von einem Sterbefall im Ausland. In sehr seltenen Fällen informiert das deutsche Konsulat telefonisch über einen Todesfall.
Als erstes ist die Anzeige des Sterbefalls bei den Behörden des Landes, in dem der Tote verstorben ist, zu erledigen. In der Regel erfolgt das auf dem Standesamt. Im Zweifelsfall informiert die Polizei darüber, wohin man sich wenden soll. Anschließend gilt es zu klären, ob die Bestattung im Gastland oder in Deutschland stattfinden soll. Für eine Beisetzung im Ausland müssen Informationen über die gesetzlichen Bestimmungen des Gastlandes eingeholt werden.
Die Überführung eines Toten aus dem Ausland kann sich vor allem dann schwierig gestalten, wenn keine Angehörigen vor Ort sind, um die notwendigen Formalitäten vor Ort regeln zu können.
In beiden Fällen helfen und beraten die Mitarbeiter des Deutschen Konsulats. Sie unterstützen deutsche Staatsbürger dabei, ein Bestattungsunternehmen vor Ort auszuwählen und zu beauftragen. Dieses organisiert anschließend die Überführung. Das Konsulat bestätigt die Echtheit ausländischer Sterbeurkunden ("Legalisation") und fertigt Übersetzungen von Urkunden an. Außerdem ist zu erfahren, ob zwischen dem Land und Deutschland
andere Verfahren der Echtheitsbestätigung von Sterbeurkunden (z.B. Haager Apostille) gelten oder ob die Ausstellung einer mehrsprachigen internationalen Sterbeurkunde sinnvoll wäre.
Eine Überführung kann bei einem Todesfall während einer Reise unter Umständen aber auch mit dem Reiseveranstalter vereinbart werden. Wichtig ist bei beiden Möglichkeiten, dass der Bestatter oder das Reiseunternehmen die Anschrift des Bestattungsinstituts in Deutschland erhält, zu dem der Verstorbene überführt werden soll.
Die Kosten für eine Überführung fallen sehr unterschiedlich aus. Unter anderem beeinflussen die Gepflogenheiten des Reiselandes und die Entfernung zum Heimatland diese Kosten. Günstiger ist meist eine Feuerbestattung im Ausland mit anschließender Überführung der Totenasche in das Heimatland. Die Überführung eines Sarges dagegen kann wesentlich mehr kosten. Die Kosten müssen die Angehörigen selbst tragen. Auslandsreiseversich- erungen übernehmen in der Regel die Kosten einer Überführung bis zu einem festgelegten Betrag. Beachten sollten Angehörige dabei etwaige Benachrichtigungsfristen.
Der Tod deutscher Staatsbürger im Ausland kann im Bedarfsfall in Deutschland nachbeurkundet werden. Zuständig hierfür ist das Standesamt, bei dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Für Personen, deren Wohnsitz im Ausland lag oder ungeklärte Fälle kann man sich an das Standesamt I wenden. Eine Anzeigepflicht für Todesfälle im Ausland besteht nicht, wenn stattdessen durch eine ordnungs- gemäße ausländische Sterbeurkunde der Tod einer Person nachgewiesen wird. Informationen, was solch eine Urkunde beinhalten muss, erteilen die örtlichen Standesämter bzw. das Standesamt I.

Standesamt I
Neue Adresse ab 30.03.2009:
Schönstedtstraße 5
13356 Berlin (Mitte)
Telefon: (+ 49 30) 90269 0

Auswärtiges Amt, Deutsches Konsulat: Konsularische Hilfe

Bilder: Arzu Tuncel