Vorsicht vor Betrug
Traueranzeigen werden nicht nur von den Hinterbliebenen eines Verstorbenen gelesen, sondern auch von Kriminellen. Nach einer Veröffentlichung ist deshalb Vor- sicht geboten.
Wer eine Traueranzeige veröffentlicht, sollte bedenken, dass damit auch Betrüger und Einbrecher auf den Plan gerufen werden können. Grundsätzlich gilt: Je größer die Anzeige ist, desto größer werden die Begehrlichkeiten. Kriminelle orientieren sich am Format in der Zeitung gemäß dem Leitsatz “je größer, desto reicher”.
Ob die Familienadresse in der Traueranzeige mit veröffentlicht wird, sollte deshalb gut überlegt sein. Zum einen wird es Einbrechern damit relativ leicht gemacht. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, dass eine Vertrauensperson während der Beerdigung in der Wohnung des Verstorbenen verbleibt. Die Alternative: Bestatter können in der Regel Kontakt zu einer Wachdienstagentur herstellen, die gegen Bezahlung während dieser Zeit das Haus hütet.
Eine weitere Gefahr sind Betrüger, die mit unterschiedlichen Tricks arbeiten. Um all jenen Geld aus der Tasche zu ziehen, die aufgrund ihrer Trauer und organisatorischen Belastungen nicht so achtsam sind wie gewohnt, gehen auch Betrüger Traueranzeigen systematisch durch. Unter anderem verschicken sie Waren und Rechnungen an Verstorbene, die diese nie bestellt haben. Falls Rechnungen nach dem Tod auftauchen, die zweifelhaft erscheinen, gilt: eine Vertragskopie verlangen, bevor etwas beglichen wird.
Eine andere Falle: Vermeintliche Rechnungen sind im Kleingedruckten lediglich als Offerte veranschlagt. So schicken betrügerische Firmen beispielsweise eine Rechnung für einen Eintrag des Verstorbenen in ein “Sterberegister-Jahrbuch”, die sich in klein geschriebenen Hinweisen als Angebot entlarvt.
Wenn sich unerwartet Verwandte melden, die bislang niemandem bekannt waren, ist ebenfalls Skepsis geboten.

Bilder: Arzu Tuncel