Das Grab gestalten
Ein Grab dient dem Verstorbenen als letzte Ruhestätte und ist ein Ort der Andacht für die Angehörigen. Nach etwa einem halben Jahr hat sich das Grab “gesetzt” , dann kann mit der individuellen Gestaltung begonnen werden. In die Planung fließen persönliche Vorlieben, örtliche Ge- gebenheiten und Vorschriften der Friedhofsbetreiber mit ein.
Meist besteht die Gestaltung aus einem Arrangement aus Pflanzen, einem Grabmal sowie weiterem Grabschmuck, wie Grablaternen, Grabvasen etc. Gräber können aber auch durch eine Grabplatte oder Steine verziert werden.
Bei der Planung sollte beachtet werden, dass an Gestal- tungswünsche bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Der Lichteinfall etwa beeinflusst die Auswahl der Bepflanzung, und auch die Größe und Lage des Grabes spielt eine Rolle. Überlegt werden muss außerdem, wie viel Zeit zur Grabpflege zur Verfügung steht - eine Vielfalt an bunten Blumen ist oft pflegebedürftiger als eine Flächenbegrünung.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass viele Friedhofsträger in ihren Friedhofssatzungen der Grabgestaltung einen gewissen Rahmen auferlegen, um die Würde und das optische Gesamtbild des Friedhofs zu erhalten. Dies betrifft in der Regel die Höhe der Grabmale und der Bepflanzung sowie deren Zustand. Die meisten Träger erwarten auch, dass bezüglich der Grabgestaltung auf die Nachbargräber Rücksicht genommen wird.
Ein erster Anhaltspunkt für die Gestaltungsplanung kann die Form und Farbe des Grabmals sein, da es der zentrale Punkt des Grabes ist. Es gibt Grabsteine in klassischen, schlichten, aber auch außergewöhnlichen Formen sowie Grabkreuze aus Holz oder Metall, die mit den unterschiedlichsten Verzierungen versehen werden.
Andere Elemente können sich daran orientieren. Ist etwa eine Grabbegrenzung aus Stein erlaubt, orientiert sie sich farblich meist am Material des Grabmals. Die Grenze zum Nachbargrab kann auch mit kleinen Rahmenpflanzen wie Buchsbäumen markiert werden.
Eine andere Art der Grabgestaltung ist die Ornamentierung aus natürlichem oder gefärbtem Zierkies, mit dem die Grabfläche aufgefüllt wird. Alternativ dazu kann er mit Hilfe von Aluminiumschienen in Mustern oder Symbolen angeordnet werden. Diese Ornamentierung ist eine dauerhafte und pflegeleichte Variante der Grabgestaltung, die sich gut mit Pflanzen kombinieren lässt.
Soll das Grab bepflanzt werden, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Ein Teil der Bepflanzung kann aus immergrünen Gehölzen oder Büschen bestehen. Zwei bis fünf solcher Pflanzen eignen sich gut als Rahmenbepflanzung, mit der das Grab eingefasst wird, oder als Akzent auf der Grabfläche. Für schwer zugängliche Stellen des Grabes bieten sich niedrig bleibende Bodendecker wie Stauden oder Sträucher, etwa Efeu, Zwergmispel oder Farne an. Sie haben den Vorteil, dass der Pflegeaufwand nicht zu groß ist.
Zusätzlich können Blütenpflan- zen der Saison in die Grabbepflanzung eingebunden werden, zum Beispiel Stief- mütterchen oder Fuchsien. Hier sind mehr- oder einfarbige Arrangements möglich. Dabei müssen die Pflanzen nicht immer direkt in die Graberde eingesetzt werden - dekorativ sind auch Pflanz- schalen.
Weitere Orientierung bieten die oft verbindlichen Grundsätze zur Grabgestaltung von Seiten der Friedhofsgärtner. Sie empfehlen meist ein Verhältnis von 60 Prozent Bodendeckern, 25 Pro- zent Rahmen- und 15 Prozent saisonaler Wechselbepflanzung. Für kleinere Urnengräber wird ein überwiegender Anteil an Wechselbepflanzung sowie eine markante Rahmenpflanze empfohlen.
Wie bereits erwähnt, dürfen bei der Auswahl der Grabbepflanzung nicht die Licht- und Bodenverhältnisse vergessen werden. Handelt es sich zum Beispiel um einen nährstoffarmen Boden, muss er durch Humus, Kalkschotter oder Holzhäcksel aufgewertet werden. Liegt das Grab im Halbschatten, sollte man Pflanzen auswählen, die mit diesen Lichtverhältnissen zurecht kommen. Die Monate März und April eignen sich am besten, um ein Grab neu anzulegen.
Zusätzliche Anregungen für die Grabgestaltung finden Interessierte auf Gartenschauen, wie beispielsweise auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz.

Weitere Informationen zum Thema:




Tipps zur Gestaltung eines Grabes mit Musterbildern


Webseite mit Bildern von Mustergräbern sowie weiteren wissens- werten Tipps rund um die Grabgestaltung

Checkliste: Das Grab gestalten
Was Sie bei der Grabgestaltung beachten sollten
[PDF, 55 KB]

Übersicht: Die Sprache der Pflanzen
Welcher Pflanze wird welche Bedeutung zugesprochen?
[PDF, 35 KB]


Bilder: Arzu Tuncel