Grabmal auswählen
Die Wahl des Grabmals wird durch die Gestal- tungsvorschriften der Friedhöfe eingeschränkt. Neben klassischen Formen bleibt aber meist Spielraum für individuelle Wünsche - vom Material über die Farbgebung bis zur Symbolik.
Von der Bestattung bis zur Errichtung des Grabmals vergeht mindestens ein halbes Jahr. Zuvor muss der Boden sich gesetzt haben. Zunächst wird deshalb ein provisorisches Grabmal, meist ein Kreuz oder eine Tafel aus Holz, auf dem frischen Grab errichtet. Dies ist oft nicht genehmigungspflichtig. Dadurch bleibt den Angehörigen viel Zeit, um sich nach Gestaltungsmöglichkeiten und Steinmetzen umzuschauen und sich hinsichtlich Material und Preis zu orientieren.
Das endgültige Grabmal ist in Deutschland dagegen meist durch die Friedhofsverwaltung genehmigungspflichtig. Es muss den Gestaltungsvorschriften in den Friedhofssatzungen entsprechen, damit die Einheitlichkeit des Friedhofs gewahrt bleibt. Diese Vorschriften regeln Höchst- und Mindestmaße, Schriften und Symbole sowie das Material des Grabmals. Sie betreffen oft auch tiefschwarze, gleißendweiße Materialien sowie glänzende Schliffe oder Findlinge. Wird ein Steinmetz beauftragt, kümmert sich dieser meist um die Genehmigung, die zwischen 20 und 150 Euro kostet. Auch die Lage des Grabmals ist in der Friedhofssatzung festgelegt. Häufig ist diese mittig am Kopfende vorgesehen.
Die Auswahl an Grabmalen ist groß. Es gibt Grabmale aus Stein, aus Holz und aus Gusseisen. Neben klassischen Varianten, etwa dem breitformatigen Grabstein, der Stele oder dem Grabkreuz, werden heute von Grabmalhändlern auch individuelle, künstlerisch angefertigte Grabmale angeboten.
Dabei wird das Material oft nicht mehr wie früher aus der Umgebung bezogen, sondern dem Kunden steht eine weltweit erhältliche Vielfalt zur Auswahl. Dabei kann man sich an dem XertifiX-Siegel orientieren. Damit kennzeichnet der MISEREOR-nahe Verein XertifiX Steine, die garantiert ohne Kinder- und Sklavenarbeit hergestellt wurden.
Solche Zierelemente sind beispielsweise Schriften. Bezahlt wird in der Regel pro Buchstabe, der zwischen acht und 25 Euro kosten kann. Bei Familiengräbern sollten mögliche Erweiterungen berücksichtigt werden. Schriften können eingemeißelt, geschnitzt oder als Metallbuchstaben, etwa aus Bronze, aufgesetzt werden.
Das gilt auch für andere Zierelemente wie Symbole. Häufig gewählte christliche Symbole sind etwa Engel, betende Hände, eine Madonna, eine Taube mit Ölzweig oder das Kreuz. Liebe zeigt sich
oft in Form von Eheringen oder Herzen.
Auch Berufsgruppen und Zünfte spiegeln sich in Symbolen wider, etwa in Form eines Äskulapstabes bei Ärzten oder der Waage bei Richtern. Musiker erhalten vielleicht einen Notenschlüssel als Symbol, Kin- der dagegen Tiere, Bauklötze oder Teddybären.
Seltenere Verzierungen sind Skulpturen, Intarsien aus Kera- mik oder Mosaike. Neuerdings gibt es auch Grabmale mit Fächern, an dem man dem Verstorbenen Grabbeigaben hinterlegen kann.
Vor dem Aufstellen werden Grabmale von den Friedhofs- verwaltungen auf Standfestigkeit geprüft, um mögliche Unfälle durch Umsturz zu vermeiden. Lockere Steine erhalten ein Warnschild oder werden flach auf die Erde gelegt. Eine gute Verankerung beugt daher vor.
Häufig fällt die Wahl auf Natursteine wie Granit, Basalt, Sandstein oder Marmor. Sie unterscheiden sich in Härtegrad, Farbe und Preislage. Für ein Grabmal aus Stein können Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen. Wesentlich günstiger sind dagegen gebrauchte Grabsteine. Dabei handelt es sich um Grabmale von abgelaufenen Grabstätten, die der Steinmetz abschleift und neu gestaltet. Für Grabmale aus Holz werden Hölzer wie Eiche, Afzelia oder Doussienholz verwendet. Viele Steinmetze kaufen heutzutage aber auch industriell vorgefertigte Ware und setzen dann nur noch die Zierelemente ein.

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Bilder: Arzu Tuncel