Über die Sterbebegleitung
Die Hospizbewegung ermöglicht Sterbenden ein würdevolles Leben auf dem letzten Weg. Auch Angehörige finden dort Unterstützung und Rat. Neben der me- dizinischen Betreuung spielt dabei vor allem seelischer Beistand eine große Rolle.
Vier von fünf Deutschen sterben heute in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Die meisten wünschen sich jedoch einen Tod im Kreis der Angehörigen daheim oder in anderer vertrauter Umgebung. Zudem legen viele Menschen Wert auf einen möglichst schmerzfreien Tod in Würde als auf eine Lebensverlängerung um jeden Preis, wie sie die Krankenhausbehandlung oft anstrebt. Um Sterbenden dies zu ermöglichen, gibt es das Angebot der Sterbebegleitung. Sie wird vor allem von der Hospizbewegung vertreten und praktiziert.
Hospize sind Einrichtungen, in denen Sterbende unterkommen können, um in ihrer verbleibenden Lebenszeit nicht allein zu sein. Dort werden sie von Ärzten und Psychologen, aber vor allem von Seelsorgern und freiwilligen Helfern betreut. Sie wollen ihnen ein würdevolles Leben auf dem letzten Weg ermöglichen. Wer um seinen nahenden Tod weiß, hat seelisch viel zu verarbeiten. In vielen Fällen kommen Schmerzen hinzu. Ein Schwerpunkt der Hospizarbeit liegt daher auf der seelischen Betreuung, da die Sterbenden offene Gesprächspartner und menschliche Wärme am dringendsten benötigen.
Die Palliativmedizin spielt in Hospizen eine weitere große Rolle. Dieser medizinischen Behandlung liegt ein ganzheitliches Bild vom Menschen zugrunde. Ziel ist es, möglichst umfassend Leid und
Schmerzen zu lindern. Dazu gehört neben dem Einsatz von Schmerzmitteln auch die Begleitung im Sterbeprozess durch Gesprächsbereitschaft und Zuwendung. Diese erfolgt auch dann, wenn der Betroffene nicht mehr sprechen kann oder geistig verwirrt ist.
Die Hospizarbeit richtet sich ebenso an Angehörige und nahestehende Bekannte des Sterbenden, die an dessen Tod Anteil nehmen. Gerade sie fühlen sich oft einsam oder überfordert und leiden meist ebenfalls stark an der Situation. So sind sie aus mehreren Gründen im Hospiz willkommen. Zum einen ist ihre Anwesenheit für die Sterbenden besonders wertvoll, zum anderen haben sie oft selbst einen Bedarf nach einfühlsamer Betreuung, Hilfe in ihrer schweren Lage oder einem offenen Gespräch. All das wollen Hospize ihnen bieten. Dazu halten sie nach Möglichkeit sogar Nachtunterkünfte für Angehörige bereit, die dem Sterbenden nahe sein wollen.
Wer eine Sterbebegleitung wünscht, muss nicht unbedingt ins Hospiz ziehen. Die Betreuung kann auf Wunsch ambulant erfolgen: Entweder durch nur zeitweiligem Aufenthalt im Hospiz oder durch Hausbesuche der Betreuer.
Wenn der nahe Tod eines geliebten Menschen abzusehen ist, haben Angehörige oft den Wunsch, ihm oder ihr einen würdevollen Tod zu ermöglichen und zur Seite zu stehen. Viele Menschen können jedoch die medizinische Situation des Kranken kaum beurteilen und kennen ihre Rechte gegenüber Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht. Hinzu kommt, dass sie Angst haben, der Situation nicht gewachsen zu sein, den Sterbenden in der eigenen Wohnung zu betreuen.
In Hospizen lässt sich der richtige Ansprechpartner für die jeweilige Situation finden. Hospizarbeiter bieten den rechtlichen und medizinischen Sachverstand, der nötig ist, um die Lage besser einschätzen und die Rechte des Patienten vertreten zu können. Angehörige des Sterbenden werden mit schwierigen Ent- scheidungen nicht allein gelassen. Hospizarbeiter stehen auch über den Tod des geliebten Menschen hinaus mit Hilfe und Rat zur Seite.

Weitere Informationen zum Thema:


Setzt sich für die Bedürfnisse Schwerstkranker und Sterbender ein, dazu zusätzliche Services wie “Helfende Hände”, das Schmerz- und Hospiztelefon sowie diverse Informationsmaterialien zur Sterbe-
vorsorge.

Bilder: Arzu Tuncel